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No Exit

Ein Jahr lang hat Franziska Tenner die rechtsextreme “Freie Kameradschaft Frankfurt (Oder)” begleitet. Der Dokumentarfilm NO EXIT gewährt tiefe Einblicke in das Denken und Handeln dieser Jugendlichen aus der deutsch-polnischen Grenzstadt. (Pressemappe)

Dokumentarfilm, Deutschland 2003
100 Minuten, 35 mm, DTS, Farbe

Buch und Regie: Franziska Tenner
Kamera: Peter Przybyl
Dramaturgie: Olaf Winkler
O-Ton: Michael Bartylak, Hendrik Lühdorf u.a.
Tonschnitt: Dietrich Körner
Tonmischung: Jörg Höhne
Montage: Paul Belling
Produktionsleitung: Oliver Niemeier
Produzenten: filmkombinat GmbH & Co. KG
J. Körner, T. Riedel, O. Niemeier
Produktionsleiter RBB: Torsten Klein
Redakteurin RBB: Cooky Ziesche

NO EXIT ist eine Gemeinschaftsproduktion von filmkombinat GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern, ORB und ZDF.

Die Reihe ”OSTWIND” ist eine gemeinsame Initiative von ORB und ZDF/Das kleine Fernsehspiel.

Verleih gefördert von der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern.

Synopsis

Jeden Samstag treffen sich die Mitglieder der „Freien Kameradschaft Frankfurt (Oder)” in Nicos Wohnung zur politischen Schulung und anschließendem geselligen Beisammensein bei Bier und Pizza. Nico, Fischi, Bibi, Conny und André werten gemeinsam die Ereignisse der letzten Woche aus und planen Aktionen für die  nächste: Singen im Altersheim, Unterschriften sammeln, um „härtere Haftstrafen für Kinderschänder” durchzusetzen, Saubermachen auf dem Spielplatz um die Ecke…

Nico ist in der „Freien Kameradschaft Frankfurt (Oder)” der Wortführer und lange Arm der NPD. Über Nico wird versucht, die national gesinnte Politisierung der Gruppe voranzutreiben und auszubauen. Manche, wie Conny, wünschen sich hingegen mehr Gespräch über die privaten Probleme. Nico wird schließlich von den anderen als Vorsitzender abgewählt. Dafür erhält Bibi den Vorsitz, der „mit Politik gar nicht so viel am Hut hat”.

Franziska Tenner hat in ihrem Dokumentarfilm NO EXIT über einen Zeitraum von einem Jahr das Innenleben der „Freien Kameradschaft Frankfurt (Oder)” beobachtet. Dabei lenkt sie unsere Sicht auf die Motive, Defizite und Wünsche ihrer Mitglieder. Wir erleben die Gruppe als Teil der Jugendkultur im Osten und als politisches Phänomen, das seitens der etablierten rechten Parteien, wie der NPD, immer wieder versucht wird zu instrumentalisieren.

Die Gruppe wird als zwittriges und zerbrechliches Gebilde gezeigt, in dem unterschiedliche politische Intentionen und ganz verschiedenartige persönliche Ansprüche und Vorstellungen aufeinander prallen. Das führt zu verdeckten und offenen Konflikten. Deutlich wird auch erkennbar, was in den regelmäßig stattfindenden Schulungen an “brauner Färbung” verstärkt und was abgelehnt wird.

Der Film zeigt aber vor allem, wie die politische Gesinnung von den Menschen abtropft, wenn sie uns Einblicke in ihr Innerstes gewähren. Dann erscheinen ganz und gar unpolitische Sehnsüchte und Konflikte. Und wir können zugleich die eigentlichen Wünsche und Defizite entdecken, die der Nährboden sind für eine politische Instrumentalisierung.

Rechtsextremismus ist heute kein ausschließlich politisch-ideologisches Phänomen mehr, sondern auch ein soziokulturelles. Es stellt den lebenswirklichen Zusammenhang dar, der fest verankert ist im Alltag seiner Träger. Die Gründe rechtsextrem zu sein oder zu werden sind genauso unterschiedlich, wie die Schichten und das Alter der dazugehörigen Personen.

Nico (22), Bibi (19) und Conny (28) stehen im Mittelpunkt dieses Dokumentarfilms.

Festivals 2003
12. dokumentART, Neubrandenburg
Dokfilmwerkstatt Drehort OstWestDeutschland, Wismar
13. FILMKUNSTFEST Schwerin
Tutzinger Medientage