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Kriegsenkel – Gesprächsgruppe

März 28th, 2011 by Franziska
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Berliner Kriegsenkel-Gruppe trifft sich!
Am 29. Mai um 16 Uhr im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz, Fehrbelliner Straße 92.                                                                                                                                                                                                             zu erreichen über U-Bhf. Senefelder Platz (U2)
Ihr seid herzlich willkommen!

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one-by-one

März 22nd, 2011 by Franziska
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Die Folgen von Nationalsozialismus und Voelkermord – Nachkommen von Opfern und Taetern im Dialog

“Nicht das Wegsehen, sondern das Hinsehen macht die Seele frei.” (Theodor Litt, 1946)

One by One, Inc. ist eine gemeinnuetzige Organisation, die von AmerikanerInnen und Deutschen 1996 in Boston/USA gegruendet wurde. One by One ist eine internationale Organisation, die sich mit den persönlichen Auswirkungen von Nationalsozialismus und Shoa beschäftigt. Die Grausamkeit der NS-Diktatur wirkt sich noch heute spürbar aus: sowohl bei Verfolgten, als auch bei Mitläufern und Tätern. In vielen Familien werden die Erlebnisse dieser Zeit noch immer totgeschwiegen. Sie geben unter anderem Gewalt, Hass, Angst, Schmerz, Trauer, Schuld und Scham an die nächste Generation weiter. One by One eint die Erfahrung, dass offene Gespräche über die eigene Familiengeschichte der Jahre 1933 bis 1945 befreiend und heilsam wirken.

Sonntagstreffen am 8.5.2011 um 14 Uhr im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz, Fehrbelliner str- 92, U-Bhf. Senefelder Platz (U2)

 

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Deutsche Unterwelt

März 2nd, 2011 by Franziska
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„Die Art meines Zugangs über psychologische Beratung und Therapie erlaubt mir einerseits tiefe Einblicke in Familien ehemaliger Täter oder NS-identifizierter Mitläufer, andererseits haben diese Einblicke auch ihre Grenzen: Stets bedacht sein wollen die geringe Zahl und die jeweils subjektive und nicht konfliktfreie Sicht der Informanten. Diese sind an dieser Stelle geradezu regelhaft die Ausgeschlossenen, die Randfiguren ihrer Familiensysteme. Als außerordentlich typisch habe ich über die Jahre hinweg eine Aufspaltung, eine Polarisierung in diesen Familien erfahren, wonach etwa bei vier Kindern drei ganz auf Seiten der Eltern stehen, das vierte dagegen völliger Außenseiter ist, dies meist von früher Kindheit an. Gegen sie hat sich Gewalt von beiden Elternteilen gerichtet in Form von Vernachlässigung, Misshandlungen, sexuellem Missbrauch, Missachtung, massiven Abwertungen bis hin dazu, sie als verrückt zu erklären. Dies geschieht regelhaft, wenn und weil sie das eherne Schweigegebot in den Familien zu verletzen drohen. Genau das aber ist ihnen eine existenzielle Notwendigkeit, haben sie doch schon als kleine Kinder etwas von der verschwiegenen und verleugneten Gewaltrealität hinter der biederen Fassade gespürt, sind dringend darauf angewiesen, dass diese Wahrnehmungen und Ahnungen mit ihnen geteilt werden, sehen sich ansonsten tatsächlich der Verrücktheit preisgegeben und sind nicht selten als psychiatrisch krank erklärt und in Nervenkliniken eingeliefert worden.
Über die Jahre hinweg habe ich so viele und so erschütternde, dabei von fundamentaler Ehrlichkeit getragene Hilferufe aus diesem Bereich erhalten, dass ich dazu gekommen bin, hier von einer speziellen deutschen Unterwelt zu sprechen. Dies meine ich im doppelten Sinne: einmal mit Blick auf diese Ausgegrenzten, dann aber noch mehr hinsichtlich solcher Familien. Pikant ist dabei, dass es sich des öfteren um Familien gerade aus den „besten Kreisen“ gehandelt hat bis in die Spitzen von Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft, Politik und öffentlicher Verwaltung.“

Jürgen Müller-Hohagen „Übermittlung von Täterhaftigkeit an die nachfolgenden Generationen.“ In: Radebold, H, Bohleber, W, Zinnecker, J (Hrsg.), „Transgenerationale Weitergabe kriegsbelasteter Kindheiten. Interdisziplinäre Studien zur Nachhaltigkeit historischer Erfahrungen über vier Generationen“, Juventa, Weinheim 2008.

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